Claudia Roth: Männerhass und Überwachung statt Asylkritik

Je enger die Situation für das politische Establishment, desto krasser die Repressionsversuche. Nachdem Köln den Schönrednern merkelscher Asylpolitik einen empfindlichen Schlag versetzt hatte, nachdem sogar die Konformistenpresse kurzfristig einbrach, pfeift die Grünen-Politikerin Claudia Roth jetzt zurück. Im Interview mit Welt-Online betonte sie, die Aussagen der Opfer zwar ernst zu nehmen, aber „so zu tun, als wären die Vorfälle aus der Silvesternacht die ersten Ausbrüche sexualisierter Gewalt in unserer Gesellschaft, ist falsch. Es gibt auch im Karneval oder auf dem Oktoberfest immer wieder sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Ein großer Teil der derzeitigen Empörung richtet sich aber nicht gegen sexualisierte Gewalt, sondern auf die Aussagen, dass die potenziellen Täter nordafrikanisch und arabisch aussehen.“ Viele würden den Eindruck vermitteln, „als würde sexualisierte Gewalt alleinig von außen zu uns ins Land getragen. Dadurch wird vernebelt, dass diese Form von Gewalt in Deutschland leider ein altes Phänomen ist.“

Die Debatten im Internet erreichten ein neues Verrohungs-Niveau: „Für manche scheinen die schrecklichen Vorfälle von Köln wie gerufen zu kommen für ihre Hetze. Es werden Gewalt- undVergewaltigungsphan-tasien ausgelebt, auch gegen Menschen wie mich. Das zeigt, dass diese Sorte Empörter und vermeintlichen Beschützer der Opfer eigentlich Brüder im Geiste der Kölner Gewalttäter sind. Um die Frauen, die angegriffen wurden, kümmert sich da niemand.“ Leider differenziert Frau Roth nicht zwischen jenen rassistischen Hetzern, die jetzt tatsächlich zum Hass gegen Muslime und Migranten aufrufen und jenen, die lediglich Merkels Asylpolitik kritisieren. Eine Kritik, die sich ausschließlich gegen kontrollfreie Einwanderungserlaubnis richtet. Man muss bei Frau Roth jedoch vermuten, dass diese Nichtdifferenzierung gewollt ist.

Stattdessen wirbt sie dafür, Köln als Männerproblem zu deuten: „Es geht nicht darum, die Übergriffe aus der Silvesternacht zu relativieren. Mir geht es darum, gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen mehr zu tun: Prävention, eine größere Polizeipräsenz an den Brennpunkten, intensive Opferberatung, Aufbrechen patriarchaler Strukturen und eine klare Bestrafung der Täter. Wir müssen Männergewalt viel stärker in den Blick nehmen als bisher.“ „Prävention“, „Männergewalt stärker in den Blick nehmen“: Redewendungen, die verdächtig nach verschärftem Überwachungsstaat klingen.

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